PKM
Ich habe das erste Mal am PKM Summit teilgenommen und bin noch immer geflasht von der Energie des Austausches, den vielen Impulsen und der Community von Wissensmanagement-Enthusiasten, die sich am 20.–21. März 2026 in Utrecht versammelt hatte.
In den Workshops und Vorträgen, die ich besucht habe, ging es sowohl um Note-taking-Strategien als auch um philosophische Ansätze. Tools und Funktionen waren auch präsent – natürlich – aber sie waren nicht wirklich das Hauptthema. Was mich beschäftigt hat, war etwas schwieriger zu Benennendes: die Art, wie PKM Lernen und Sensemaking verändern kann und wie der Prozess des Selbstverstehens und Denkens unweigerlich sehr persönlich wird.
PKM vermittelt einen bestimmten Blick auf die Dinge. Und sobald man das einmal bemerkt hat, liegen lebensphilosophische Dimensionen nicht mehr weit weg. Das Vokabular, das verwendet wurde, umfasst z.B. „LifeOS”, „Personal Lab”, „Make yourself observable”. Das sind keine bloß griffigen Workshoptitel. Sie legen nahe, dass sich PKM nicht einfach von der Hardware zur Software entwickelt – sondern sich gerade im Stadium des Austüftelns von Individualphilosophien befindet. PKMler sind nicht einfach Notizsammlerinnen oder Wissensarchitektinnen. Sie sind so etwas wie Existenzphilosoph*innen.
Vielleicht hat auch der Veranstaltungsort dazu beigetragen. Die Tagung fand bei Wonder of Work in Utrecht statt, und die Räumlichkeiten selbst waren Teil des Erlebnisses. Man konnte sich erden im Raum Erde oder Roots, oder schwelgen in Dream und Vision. Beides fühlte sich passend und angenehm für eine solche Tagung an.
Die praktisch konkreteste Mitnahme begann in der Mittagspause am Samstag: eine kleine, spontan zusammengewürfelte Accountability-Gruppe rund ums Digital Gardening: der Praxis, persönliche Websites zu bauen, auf denen man unfertige Gedanken öffentlich teilt.
Unter dem Motto „Working with the garage door up” plant die Gruppe, einander dabei zu unterstützen, mindestens einmal pro Woche einen neuen Beitrag im eigenen Garden zu veröffentlichen. Er muss nicht poliert sein. Eine kurze Reflexion, ein flinker Gedanke, ein Snippet, das etwas erzählen kann.
Diese Notiz ist Teil dieses Commitments.
Diese Notiz ist Teil des nächsten notizlab-Newsletters, für den wir alle unsere Erfahrungen beim PKM Summit 2026 reflektiert haben.
Songs of the Gardens — Eine Anthologie von 1925 mit Liedern aus den Londoner Pleasure Gardens des 18. Jahrhunderts (Vauxhall, Ranelagh, Marylebone), zusammengestellt vom Komponisten und Musikkritiker Philip Heseltine, der unter dem Pseudonym Peter Warlock publizierte. Die Gärten waren die Freizeitparks und Treffpunkte ihrer Zeit — Promenaden, Pavillons, Puppentheater, Feuerwerk und Musik. 1764 gab der junge Mozart ein Konzert im Rotunda-Saal in Ranelagh. Warlock entdeckte die veröffentlichten Lieder im British Museum und rettete sie vor der Vergessenheit. Die Anthologie befindet sich in der Sammlung des University College Oxford.